Kreislaufwirtschaft: Geestland im Austausch mit Tozeur
Was heute als Abfall anfällt, kann morgen schon zum wertvollen Rohstoff werden. Wie solche Kreisläufe entstehen und welche Lösungen Kommunen dafür entwickeln, war Thema einer Fachaustauschreise zur Kreislaufwirtschaft auf der tunesischen Insel Djerba. Gemeinsam mit ihrer Partnerstadt Tozeur sowie Vertreterinnen und Vertretern weiterer deutsch-tunesischer Städtepartnerschaften nahm die Stadt Geestland an dem mehrtägigen Austausch teil. Der Ratsvorsitzende Jörg Schröder und Stadtrat Niklas Grebe kamen dabei mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen ins Gespräch und tauschten sich über bisherige Projekte und Erfahrungen aus.
Kompostierungsanlage besucht
Im Mittelpunkt der Austauschreise, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) finanziert und organisiert wurde, stand die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Zum Programm gehörten unter anderem Workshops zu Abfallmanagement und Abfallverwertung sowie der Besuch einer Kompostierungsanlage eines Hotels sowie einer Kläranlage. Anhand dieser und weiterer Praxisbeispiele wurden Erfahrungen ausgetauscht und mögliche Lösungsansätze für eine aktivere Partnerschaft und zukünftige Projekte diskutiert. Auch die Nutzung organischer Abfällen zur Energiegewinnung war ein Thema. Darüber hinaus ging es um die Frage, wie zivilgesellschaftliche Akteure stärker für die Bedeutung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft sensibilisiert werden können.
Erfahrungen geteilt
„Der Austausch hat uns gezeigt, dass viele Kommunen in Tunesien vor ähnlichen Herausforderungen stehen, auch wenn die Rahmenbedingungen offensichtlich sehr unterschiedlich sind. Gerade deshalb ist es wertvoll, voneinander zu lernen und Erfahrungen miteinander zu teilen“, sagt Jörg Schröder. „Für mich war besonders interessant zu sehen, wie aus den Herausforderungen vor Ort praktische Lösungen entstehen können. Solche Begegnungen geben auch Impulse für die zukünftige Zusammenarbeit mit unseren tunesischen Partnern.“
Partnerschaft seit 2018
Die Partnerschaft zwischen Geestland und Tozeur besteht seit November 2018. Sie begann im Rahmen des Programms „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung.
Palmenhäcksler unterstützt Landwirte
Wie Kreislaufwirtschaft vor Ort besser funktionieren kann, zeigt ein gemeinsames Projekt aus der jüngeren Vergangenheit. Die Oasenstadt ist für ihre weitläufigen Dattelpalmenbestände bekannt. Bei der Pflege der Palmen fallen große Mengen an Pflanzenresten an. Um diese nachhaltig zu verwerten, hat die Stadt Geestland vor wenigen Jahren – mit Fördermitteln des Bundes – einen mobilen Palmenhäcksler für Tozeur beschafft. Die organischen Abfälle können damit zerkleinert und einer weiteren Nutzung zugeführt werden, anstatt ungenutzt zu bleiben oder verbrannt zu werden. Das unterstützt die örtlichen Landwirte und reduziert Abfälle.
Neue Kontakte geknüpft
Die Fachaustauschreise bot eine gute Gelegenheit, die Partnerschaft zwischen Geestland und Tozeur zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Stadt Geestland hofft, auch zukünftig im Austausch mit Kommunen im Globalen Süden zu bleiben und voneinander zu lernen.
