Biodiversität

Biene fliegt über Blumenwiese©Stadt Geestland

Wettbewerb: Geestland sucht insektenfreundliche Gärten

Es summt, brummt, krabbelt und flattert immer weniger in unserer Region. Forschungen zeigen, dass die Biomasse an Fluginsekten zwischen 1989 und 2016 in Nord- und Nordwestdeutschland um 76 Prozent zurückgegangen sind. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat die Stadt Geestland den Wettbewerb „Bee Gee(stland) – Insektenfreundliche Gärten gesucht“ ins Leben gerufen. Beteiligen können sich nicht nur Garten-, sondern auch Balkon-Besitzer. „Denn jeder insektenfreundlich gestaltete Raum leistet einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt“, sagt Britta Murawski, die den Wettbewerb organisiert. Den Rückgang der Insekten beobachtet auch Klimaschutzmanagerin Katharina Koop mit Sorge: „Insekten sind als Pflanzenbestäuber und Nahrungsgrundlage für zahlreiche Tierarten wie Singvögel unverzichtbar. Umso wichtiger ist es, dass wir Insekten durch heimische Pflanzen ein reichhaltiges Nahrungsangebot bieten.“ Die Stadt selbst hat in den vergangenen Jahren fast 100.000 Quadratmeter Blühflächen geschaffen.

Im Rahmen des Wettbewerbs sucht die Stadt Geestland nun insektenfreundliche Gärten und Balkone. Die Größe des Gartens spielt dabei keine Rolle. „Vielmehr geht es um die naturnahe Gestaltung“, betont Britta Murawski. In einem naturnahen Garten werden gezielt und kreativ Lebensräume für bedrohte Pflanzen und Tiere geschaffen. Wichtige Bestandteile sind zum Beispiel fruchttragende heimische Gehölze, Nahrungspflanzen für Insekten, Teiche, Dachbegrünung sowie Nist- und Bruthilfen für Insekten und Vögel.

Der Wettbewerb ist offen für alle Bürgerinnen und Bürger aus Geestland. Wer mitmachen möchte, muss vorher einen Bewerbungsbogen ausfüllen. Die ausgefüllten Wettbewerbsunterlagen senden die Teilnehmer bis zum 30. Juni 2021 per E-Mail an katharina.koop@geestland.eu oder per Post an folgende Adresse:

Stadt Geestland
Frau Katharina Koop
Sieverner Straße 10
27607 Geestland

Gerne können die Teilnehmer ihren Wettbewerbsbeitrag mit aussagekräftigen Fotos ihres Gartens oder Balkons ergänzen. Diese nimmt Katharina Koop bis zum 30. Juni per E-Mail an katharina.koop@geestland.eu (max. 1 MB pro Bild) entgegen. Mit dem Versenden der Bilder erklären die Teilnehmer gleichzeitig ihr Einverständnis für eine mögliche Veröffentlichung. Unvollständige Bewerbungsunterlagen können nicht berücksichtigt werden.

Eine Jury aus Fachleuten wird die eingereichten Beiträge auswerten und – unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen – ausgewählte Gärten persönlich begutachten und auszeichnen. Der Gewinner bekommt eine Siegprämie in Höhe von 300 Euro, der zweite Platz wird mit 150 Euro ausgezeichnet und der Drittplatzierte bekommt 100 Euro. Daneben warten weitere attraktive Preise auf die Teilnehmer. „Wir möchten mit dem Wettbewerb einen Anreiz schaffen, um den heimischen Garten im Sinne von Biodiversität und Artenschutz zu gestalten“, unterstreicht Bürgermeister Thorsten Krüger. Außerdem soll das Engagement für Artenschutz, Naturschutz und Insektenschutz gewürdigt werden.

Unterstützt wird der Wettbewerb vom BUND Unterweser und vom Imkerverein Wesermünde. Für die finanzielle Förderung konnte die Stadt Geestland die Allianz-Umweltstiftung gewinnen. „Mit insektenfreundlichen Gärten und Balkonen kann jeder von uns seinen kleinen persönlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Deshalb unterstützen wir diesen Wettbewerb gerne und hoffen auf möglichst viele kreative Beiträge“, sagt Peter Wilde, Projektmanager der Allianz-Umweltstiftung.

Fragen zum Wettbewerb beantworten Katharina Koop (04743 937-1525) oder Britta Murawski (04743 937-1520)

Bewerbungsbogen

Insekten schützen: Eine Anleitung (BUND)

Broschüre: Biodiversität (Allianz-Umweltstiftung)

Bienenrettung aus dem Kaugummiautomaten

Bienenretter-Automat©Stadt Geestland Ein alter Kaugummiautomat, hübsch restauriert und gelb angestrichen vom Dortmunder Sebastian Everding, hat seinen neuen Standort hinterm Rathaus in Langen gefunden. Für 0,50 Cent erhält man aus dem „Bienenfutter-Automat“ die Samenmischung „Lass deine Stadt aufblühen!“ der Bienenretter Manufaktur. Die zweijährige Mischung soll Wild- und Honigbienen auf vielen privaten Flächen in der Stadt das Überleben erleichtern. „Damit versuche ich die Welt ein bisschen lustiger und gleichzeitig etwas ökologisch Sinnvolles zu machen.“, sagt der Initiator. Ein tolles Beispiel für nachhaltige Entwicklung mit Sinn und Spaß. Für die Mehrweg-Verpackung hängt ein kleiner gelber Briefkasten für die Rückgabe gleich neben dem „Bienenfutter Automaten“.

Ausführliche Saatanleitung:

  1. Richtiger Zeitpunkt: von April bis August
  2. Richtiger Standort: ein sonniger Platz im Garten oder im großen Kübel auf dem Balkon
  3. Richtiger Boden: feinkrümelige, torffreie Erde/Sandgemisch
  4. Saattiefe: 0 bis 0,5 cm andrücken; nicht einarbeiten
  5. Gute Pflege: Zur Keimung den Boden feucht halten. Kein Schnitt nötig. Mehrjährige Stauden entwickeln sich ab dem zweiten Jahr so richtig. Pflanzenreste zur Gründüngung auf anderen Flächen verwenden und untergraben.

Noch zwei kleine Hinweise: Nicht für Kinder unter 14 Jahren und natürlich nicht zum Verzehr geeignet.


(M)eine Vielfältiger Lebensraum©Stadt Geestland

Wegeseitenränder und ungemähte Wiesen sind mehr, als der erste Blick erahnen lässt. Sie sind voller Leben. Für Insekten, kleine Säuger, Vögel und Pflanzen sind blühende und vielfältige Seitenstreifen und Flächen Lebensraum und Kinderstube. Sie bieten Unterschlupf und Nahrung.

Zum Schutz unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt veränderte die Stadt Geestland ihr Vorgehen. Bereits seit Jahren wird für die Säuberung der Flächen kein Pflanzengift mehr verwendet. Die Entfernung von Unkraut und Gräsern aus Fugen und Rabatten erfolgt mechanisch per Hand.

Insektenweide und Bienenvolk hinter dem Rathaus 1 in Langen©Stadt Geestland

Beim Projekt „(M)ein vielfältiger Lebensraum – natürlich, lebendig, bunt“ ging es in den ersten Schritten darum, innerörtliche Rabatten insektenfreundlich umzugestalten, die dann ganzjährig in geestlandtypischen Farben (gelb, blau, grün, weiß) erblühen sollten. Des Weiteren sollten alle neu angelegten Wirtschaftswege mit einer standortgerechten und heimischen Saat im Wegessaum bestellt werden, um Lebensraum und eine Lockerung des Landschaftsbildes zu schaffen.

Zum einen soll durch die eingeleiteten und nachfolgenden Maßnahmen die Biodiversität erhöht werden, um heimischen Tierarten Lebensraum, Unterschlupf und Nahrung zu bieten. Zum anderen soll das Stadtbild und die freie Natur bunter und lebendiger werden.

Die Stadt Geestland hat nun ganze Flächen und ausgewählte Wegeseitenränder ihren Bewohnern überlassen. Seit März 2019 hat die Stadt verschiedene Areale für das neue Konzept vorbereitet. Sie wurden gesäubert, dann wurden spezielle mehrjährige Samenmischungen von standorttypischen, heimischen Pflanzen ausgesät. Nach ihrem Austrieb dienen sie der vielseitigen Insektenwelt als Nahrungsquelle. Die Zusammensetzung der Samenmischung variiert je nach Einsatzgebiet. Auf innerörtlichen Flächen wurde eine andere Mischung ausgesät als auf Flächen entlang der Straßen und Wege außerhalb der Ortschaften.

Geestland-blueht-auf©Stadt Geestland
Auch Bürgerinnen und Bürger konnten sich beteiligen. Bereits im Jahr 2018 wurde mit der Mai-Ausgabe der Geestland-Rundschau an jeden Haushalt ein Tütchen der speziellen Geestland-Mischung verteilt.

2019 stellte die Stadt Geestland ihren Bürgerinnen und Bürgern insgesamt 5.000 Saatguttütchen zur Verfügung, die in den Bürgerbüros abgeholt werden konnten.

Bluehstreifen-Streuobstwiese-Koehlen©Stadt Geestland Im Ergebnis konnten durch die von der Stadt durchgeführten Maßnahmen so über 80.000 m² Blühstreifen angelegt und als Lebensraum für die Tierwelt zur Verfügung gestellt werden.
Darüber hinaus haben sich auch Naturschutzverbände, die Jägerschaft und andere Gruppen an dem Projekt beteiligt und größere Flächen eingesät. Begleitend wurden zudem noch Nisthilfen gebaut. Beim „Langen Tag der Stadtnatur“, unter Beteiligung von Jägern, Imkern, Naturschutzverbänden, der Kunstschule Bederkesa und den Kindertagesstätten, stand das Thema Biodiversität ebenfalls im Mittelpunkt.

Bluehstreifen-Wegeseitenraum-Kuehrstedt-Alfstedt©Stadt Geestland Durch das Anlegen dieser Blühstreifen mit mehrjährigen Pflanzen und durch die weitere Betreuung durch den stadteigenen Bauhof sowie vieler ehrenamtlicher Unterstützer ist gewährleistet, dass die geschaffenen Lebensräume für die heimische Tierwelt langfristig erhalten bleiben. Zudem hat das Projekt große Teile der Bevölkerung erreicht und nachhaltig dazu geführt, sich mit diesem Thema, aber auch anderen Themen der Nachhaltigkeit, auseinanderzusetzen.

Biodiversität ist eines von vielen nachhaltigen Themen, die mittlerweile im Bewusstsein der Geestländer Bürgerinnen und Bürger fest verankert sind. Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung sind sie auch fester Bestandteil in Kindertagestätten und Schulen.

Im Jahr 2020 werden weitere stadteigene Flächen zu Blühstreifen umgewandelt. Zudem wird die Stadt auf ihren Flächen für jeden Einwohner einen Baum pflanzen. Am Ende sollen so 33.000 neue Bäume Wurzeln schlagen. Die Stadt Geestland wird sich auch weiterhin mit den Themen der Nachhaltigkeit intensiv auseinandersetzen.

 

Folge 12: Insektenweide – The Place to Bee: Dennis Bliese vermittelt Matthias Wittschieben Aspekte seiner Arbeit, eine neue Sicht auf Löwenzahn und Co. und einen Überblick über das Projekt „(M)ein vielfältiger Lebensraum – natürlich, lebendig bunt“ – im gesprochenen Wort, nicht bienengleich per Schwänzel- oder Rundtanz.©Stadt Geestland

  Logo Niedersächsiche Bingo Umweltstiftung©Stadt Geestland

Ansprechpartner:

Herr Martin Döscher
Tel.: 04743 937-2000
Fax: 04743 937-1529