Klimaanpassung
Klimaanpassung bedeutet, unsere Region widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Hitzetage, Dürreperioden, Starkregen und zunehmende Wetterextreme stellen neue Herausforderungen dar, auf die reagiert werden muss. Durch gezielte Maßnahmen und vorausschauende Planung arbeitet die Stadt Geestland daran, die Lebensqualität und Sicherheit vor Ort zu schützen.
Aktuelle Maßnahmen
Das Thema Klimaanpassung wird in der Stadtverwaltung mitgedacht. Eine wichtige Rolle spielen in dem Zusammenhang zum Beispiel die zahlreichen Regenrückhaltebecken - künstlich angelegte Becken, die das Niederschlagswasser vorübergehend speichern, um es anschließend verlangsamt in ein natürliches Gewässer abzugeben. Mehr als 30 Stück gibt es davon, verteilt auf elf Ortschaften. Und es sollen noch mehr werden: In nächster Zeit plant die Verwaltung den Bau von drei neuen Rückhaltebecken - in Lintig, Flögeln und Ringstedt.
Zudem investiert die Stadt Geestland im Jahr 2025 rund 400.000 Euro in einen neuen Stauraumkanal in Höhe der Straße "Auf dem Priel" in Langen. Hier ist es in der Vergangenheit bei Starkregen zu Überschwemmungen gekommen, da die bisherigen Regenwasserrohre für die enormen Wassermengen nicht ausgelegt sind. Diese Situation wird durch die Baumaßnahme nun entschärft.
Darüber hinaus schreibt die Stadt Geestland in neuen Bebauungsplänen (wie zum Beispiel Hymendorf) fest, dass Grundstücksbesitzer zwei Kubikmeter Oberflächenwasser auf dem eigenen Grundstück zurückhalten müssen. Dies soll das Risiko von Schäden aus Starkregenereignissen verringern.
Weitere Beispiele für Aktivitäten in Sachen Starkregen sind Entwässerungskonzepte, das Landschaftskonzept Geesteniederung sowie der Entwässerungsplan für den Bereich Grauwallkanal.
Die Anpassung an Extremwetterereignisse ökobilanziell optimiert implementieren
Die Technische Universität Berlin entwickelt im Rahmen des Förderprojektes "AnExGe“ ein klimaschutzoptimiertes Klimaanpassungskonzept für die Stadt Geestland. Das Vorhaben wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert (BMUV).
In einem Klimaanpassungskonzept werden Klimarisiken systematisch erfasst und Maßnahmen für eine klimaresiliente Stadtentwicklung entwickelt. Eine Besonderheit dieses Projekts besteht darin, dass mögliche Zielkonflikte zwischen Umweltschutz und Anpassungsmaßnahmen identifiziert und bei der Ausgestaltung des Anpassungsplans berücksichtigt werden. Denn insbesondere infrastrukturelle Klimaanpassungsmaßnahmen können mit Treibhausgasemissionen und weiteren Umweltauswirkungen verbunden sein, etwa durch Rohstoffabbau oder die Herstellung von Materialien.
Im Laufe des Projektes wurde bereits eine Vulnerabilitätsanalyse erstellt und öffentlich vorgestellt. Auch die Bürgerinnen und Bürger konnten sich an dem Projekt beteiligen und in einer Ideenkarte ihre Beobachtung, Ideen und Vorschläge eintragen.
Das finale Konzept soll im Sommer 2026 vorliegen.
Klimafolgenanpassungskonzept für den Landkreis Cuxhaven
Im Rahmen des Förderprojektes „ANK-DAS-A.1: Erstellung eines Konzepts zur nachhaltigen Klimaanpassung und für natürlichen Klimaschutz für den Zusammenschluss vom Landkreis Cuxhaven und kreisangehörigen Gemeinden“ erstellt der Landkreis Cuxhaven ein kreisweites und kommunenübergreifendes Klimaanpassungskonzept. Ziel ist es, die kreisweite Anpassungsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels zu erhöhen.
Das Vorhaben wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert. Die Laufzeit des Vorhabens umfasst den Zeitraum vom 01.03.2025 bis zum 28.02.2027.
Kartendienst „Starkregen und Überschwemmung“
Der Landkreis Cuxhaven hat einen Kartendienst veröffentlicht, mit dem sich verschiedene Starkregen-Szenarien simulieren lassen. Bürgerinnen und Bürger können gefährdete Bereiche identifizieren und bekommen eine erste Einschätzung, wie hoch die Gefahr von Starkregen an ihren Häusern und Grundstücken ist.
Die Online-Karte zeigt unter anderem, wohin das Wasser bei Starkregen abfließt, wo es sich ansammelt und in welchen Bereichen sich größere Wassertiefen ergeben. Die Starkregenkarte dient in erster Linie der Information und Aufklärung. Doch was können Hausbesitzer konkret tun, um sich gegen Starkregen zu schützen?
Der Landkreis Cuxhaven empfiehlt:
- Schützen Sie sich vor Rückstau aus dem Kanal durch den Einbau von Rückstauklappen oder Hebeanlagen.
- Schützen Sie sich vor eindringendem Regenwasser durch Gebäudeöffnungen. Leiten Sie das Wasser oberflächlich weg vom Gebäude in Bereiche, in denen es zurückgehalten werden kann.
- Versiegelte Flächen wie asphaltierte Höfe, Zufahrten und Parkplätze tragen zu einem höheren und schnelleren Abfluss bei, der die Regenwasserkanalisation zusätzlich belastet. Entsiegeln Sie befestigten Flächen mit wasserdurchlässigen Materialien.
- Dach- und Fassadenbegrünungen verzögern den Abfluss des Niederschlagswassers und mindern das Schadenspotenzial.
- Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Versicherung auf und prüfen Sie, ob eine Elementarschadenversicherung sinnvoll ist.
- Sprechen Sie einen Fachberater an, wenn Sie Hilfe bei der Beurteilung Ihres Gefährdungsrisikos brauchen.
