Bülzenbett, Heidenschanze und Pipinsburg Sievern

Wer wissen möchte, wie unsere Ahnen gelebt haben, der kommt an Sieverns Zeugnissen frühester Zeit nicht vorbei. Eine Wanderung über den Vorgeschichtspfad von der Heidenschanze zur Pipinsburg und weiter zum Bülzenbett belebt nicht nur die müden Muskeln, sondern auch den Geist. 

Bülzenbett Sievern©Stadt Geestland Bülzenbett Sievern

Zwischen 4800 und 5500 Jahre alt ist das Bülzenbett – und damit ungefähr ein Jahrgang mit den ägyptischen Pyramiden und dem Hügelgrab Newgrange in Irland. Der Anblick der teils riesigen Steine wirft auch bei archäologisch nicht so interessierten Besuchern die Frage auf, wie unsere Vorfahren diese Brocken wohl bewegt und zu einer begehbaren Anlage übereinandergeschichtet haben. Die Anstrengungen müssen enorm gewesen sein, denn die jungsteinzeitliche Megalithanlage ist ungefähr 35 m lang. Von den ursprünglich 55 Steinen sind noch 33 vorhanden. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in einer kleinen Steinkammer ein Dolch und ein Beil aus Feuerstein gefunden. Beide Artefakte sind heute im Museum Burg Bederkesa ausgestellt. Ein Teil der Anlage wurde 1970 wieder aufgestellt.

Heidenschanze

50 v. Chr. errichteten unsere Ahnen die heute Heidenschanze genannte Ringwallanlage. Sie liegt im Schnittpunkt der damals noch mit dem Schiff zu befahrenen Sieverner Aue und einer Handelsstraße – einst zwei wichtige Verkehrslinien. Die Heidenschanze sicherte eine ca. 10 Hektar große Fläche und war somit in der römischen Kaiserzeit eine der bedeutendsten Befestigungsanlagen Nordwestdeutschlands.

Pipinsburg Sievern

Die Pipinsburg ist deutlich jünger als die nur einen kurzen Fußweg entfernte Heidenschanze. Um 1000 n. Chr. errichtet, diente die Burg wahrscheinlich den späteren Herren von Bederkesa als Stammsitz. Zerstört wurde die Burg erstmals, vermutlich im 13. Jahrhundert, durch die Wurster Friesen. Nach ihrem Wiederaufbau ca. 100 Jahre später zerstörten die Friesen die Burg dann endgültig. Heute ist von der Burg selbst nicht mehr viel zu sehen, doch vor allem im Sommer bietet das Gebiet Geschichtskundigen und Naturfreunden einen wunderbaren Anblick.